Wohin gingen die zusätzlichen Arbeitskräfte im Dienstleistungsbereich seit 1991?

22. April 2014 Keine Kommentare

Da sich die Wirtschaftsjournaille eher um Nachrichten aus der Unternehmenswelt kümmert, kaum Überblicksartikel über die Struktur der deutschen Wirtschaft liefert, bietet es sich an einen Blick ins jüngste online zugängliche statistische Jahrbuch des Bundesamtes für Statistik zu werfen. Soweit nicht anders verlinkt entstammen die Zahlen in diesem Beitrag daraus. Mich interessierte, in welchen Bereichen des Dienstleistungssektors der Löwenanteil des Zuwachses an Beschäftigten stattfand. Einführend sollte ich vielleicht ein paar Worte über die statistische Systematik verlieren. Die Statistiker teilen die Wirtschaft in 20 Abschnitte ein, von denen die Abschnitte A-F dem primären und sekundären Sektor vorbehalten sind bzw. Landwirtschaft und Industrie. Mein Interesse für diesen Beitrag galt folglich den Abschnitten G bis T. Mehr…

Ich habe da mal eine Frage

22. April 2014 Keine Kommentare

Warum setzt man Drohnen gegen barfüßige Nachthemdenträger am Hindukusch ein, und nicht gegen belackschuhte Nadelstreifenträger am Finanzmarkt?

(frei nach Henning Venske, Schriftsteller)

Weder gegen die einen noch die anderen hat ein ordentliches Gerichtsverfahren stattgefunden. Das heißt: Für beide gilt die Unschuldsvermutung. Aber gegen die letzteren besteht immerhin der dringende Tatverdacht der Schädigung unseres Gemeinwesens.

Loderndes Wasser

20. April 2014 2 Kommentare

Was haben brennende Wasserleitungen und Waschbecken in Deutschland mit brennenden Autoreifen in der Ukraine zu tun. Nichts? Oder doch?

Wasser brennt nicht? Der Leser googele nur einmal mit »Wasser« und dem anderen Suchbegriff, »brennt«, und er wird umgehend eines Besseren belehrt. Meist unter dem Stichwort »Fracking«. Tatsächlich haben Verbrauchersendungen im deutschen Fernsehen jüngst gezeigt, wie in den US-amerikanischen Frackinggebieten das aus dem Hahn strömende Wasser wunderschön brannte und die Flammen aus dem Waschbecken zur Einweihung der Grillsaison einluden. Mehr…

Progressive Bewegung aus der Mitte gegen die „Machtwirtschaft”?

15. April 2014 Keine Kommentare

Das Modell der Antitrust-Bewegung des beginnenden 20. Jahrhunderts vor Augen ruft Gerhard Schick in seinem Buchteaser zu einer progressiven Bewegung in Europa gegen die Konzern- und Bankenmacht auf. Er appeliert an die Mittelschicht bzw. das Kleinbürgertum sich zusammenzuschließen, um den entstandenen Machtkomplex zurückzudrängen, Konzerne und Großbanken zu zerschlagen, wie dies 1904 in den USA geschah. Dann werden die wunderbaren Kräfte des freien Wettbewerbs wieder wirken können, scheint Schick zu insinuieren. Schließlich richteten sich die damaligen Proteste gegen Big Business und nicht gegen Geschäftemacherei als solches. Nicht linke Spinner sondern tendenziell eher konservative Gruppen wie Freiberufler, Lehrer und Wissenschaftler hätten diesen progressiven Triumph ermöglicht. Mehr…

Mangelnde Modellierung fundamentaler Unsicherheit als Grund für die Krise der Wirtschaftswissenschaften?

4. April 2014 Keine Kommentare

Gustav Horns Essay über eine Neuorientierung der Wirtschaftswissenschaften dreht sich vor allem um das Versagen bei der 2007/8er Finanzkrise, die niemand Namhaftes aus der „Szene” kommen sah. Ursächlich dafür sei das mangelnde Bewusstsein fundamentaler Unsicherheit, um mit Stabilisierungspolitik in Zukunft besser gegensteuern zu können. Weiter rät er zur Verfolgung neuerer verhaltensökonomischer und makroökonomischer Ansätze mit dem Ziel verbesserter Politikberatung zur Verringerung der Instabilität des privaten Sektors, wobei gleichzeitig eine Vielzahl verschiedener wirtschaftspolitischer Empfehlungen vorhanden sein werde, weil es immer Debatten in der Wirtschaftswissenschaft geben werde. Mehr…

Vom Wert nicht mehr ganz so überzeugter Neoliberaler

21. März 2014 1 Kommentar

Kürzlich tauchte ein Interview mit dem ehemaligen INSM-Geschäftsführer Höfer bei telepolis auf, in dem dieser seine Zweifel an der unsichtbaren Hand des Marktes äußert. Ihn verließ der Glaube daran nach eigenen Angaben mit dem Beginn der Finanzkrise 2008, was ihn zum Schreiben des Buches mit dem Titel „ Vielleicht will der Kapitalismus gar nicht, dass wir glücklich sind?” veranlasste. Das Interview thematisiert die soziale Frage allerdings nur zwischen den Zeilen, wenn man überhaupt davon sprechen kann. Insofern bleibt der Eindruck, dass das „wir” im Titel des Buches sich nur an die materiellen Profiteure des Kapitalismus richtet. In den darunter stehenden Kommentaren wird darauf nicht zu unrecht hingewiesen. Mehr…

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Mindestlohn

26. Februar 2014 Keine Kommentare

Nur um die Proportionen einmal zurechtzurücken: der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) verlangt für die anstehende Mindestlohn-Initiative umgerechnet ca.

20,50 €/Stunde

als landesweiten Mindestlohn.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=20875#h13

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Sozialliberale Papstinterpretation

24. Februar 2014 Keine Kommentare

Im Cicero befleißigt sich Frank A. Meyer, die päpstliche Aussage „Diese Wirtschaft tötet.”, gewissermaßen marktkonform zu deuten, indem er auf einen „guten” Kapitalismus verweist, wobei der Papst vom derzeitig schlechten Kapitalismus spreche und zu unrecht Schelte der hiesigen konservativen Lohnschreiberlinge in den Wirtschaftsredaktionen bezogen habe. In der Tat hat sich der innerliberale Diskurs seit den späten 1970ern auf die Eigentumsfreiheit bzw. die negative Freiheit von persönlichem Zwang verengt. Der positive Freiheitsbegriff, die Freiheit zu etwas, auch politische Freiheit genannt, ist in den Augen der Neoliberalen hochgradig gefährlich, weil sie die Eigentumsfreiheit zu gefährden in der Lage ist. M.a.W., wer die Reduktion auf die negative Freiheit nicht mitmacht, wird womöglich irgendwann die Verteilungsfrage stellen. Mehr…

Für mehr als 99%…

14. Februar 2014 Keine Kommentare

Zwar ist der Slogan „We are the 99%” der Occupy-Bewegung nicht falsch, denn der Superreichtum und die mit ihr verbundene Machtkonzentration bedroht durchaus auch die „bloß” Wohlhabenden in den Industrienationen, doch hört die soziale Hierarchie unterhalb dieser Sphäre noch lange nicht auf. Angehörige etwa der staatlichen Funktionseliten wie Ärzte, Hochschulpersonal etc. fühlen sich nun nicht direkt dem Proletariat zugehörig genausowenig wie die gut verdienenden Fachleute in den Unternehmen, würde ich vermuten, auch wenn deren finanzieller Abstand zu den wirklich Reichen wesentlich größer ist als zu den untersten Etagen der Gesellschaft. Hierfür das Bewusstsein zu schärfen, ist sicher nicht verkehrt. Mehr…

Vom »Lebensraum« zum Kapitalverwertungsraum

8. Februar 2014 2 Kommentare

Prostitution und Zuhälterei, das waren für die deutschen Mainstream-Organe in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts die Standardberufe der Ukrainer. Autodiebstahl weniger, das waren die Polen. Aber Wohnungseinbruchdiebstahl, genau, das war auch so eine typisch ukrainische Angewohnheit. Das wusste damals jeder. Denn die Medien hämmerten uns dieses Bild unentwegt ins Hirn. Die Horrorgeschichten erschienen nur wenigen, rational denkenden Menschen unglaubwürdig. Umso empörter waren diese, als die ständige Hetze von Medien und Unionspolitikern schließlich dazu führte, dass kaum ein Ukrainer mehr ein Visum für Deutschland erhielt. Dann aber, dann, einige Jahre später … Mehr…