Probleme unzureichender Kapitalismuskritik und „struktureller Antisemitismus”

16. April 2015 Keine Kommentare

In einem sehr empfehlenswerten Vortrag weist Lothar Galow-Bergemann auf die Probleme hin, die sich ergeben, wenn man den Kapitalismus in oberflächlicher Weise kritisiert. Schnell landet man mit einer solchen regressiven Kritik auf argumentativ ähnlichen Wegen wie einstmals der Nationalsozialismus, weil der Markt oft als Natur, die Gier der Hochfinanz u.ä. als Auswuchs des Kapitalismus imaginiert wird. Man kann sie regressiv nennen, weil sie sich oft auf einen vorherigen heilen Zustand der Wirtschaft bezieht. Dabei schafft es Galow-Bergemann nicht gleich alle Leute, die die aktuelle Konzentration in den Vermögensverhältnissen beklagen, als Antisemiten zu beschimpfen, sondern erläutert anhand von aktuellen Beispielen die strukturellen Ähnlichkeiten der Argumentationsmuster von heute und einst in den 1930er Jahren. Mehr…

Unbürokratischer Lobbyismus der kurzen Wege

12. April 2015 Keine Kommentare

Vorüberlegung. Das Grundkapital des Unternehmens Deutsche Bahn beträgt 2,15 Milliarden Euro und ist in 430 Millionen auf Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Die Bundesrepublik Deutschland ist Inhaberin aller Anteile (Wikipedia). Sie ist somit Eigentümerin. Über die Geschicke der DB entscheidet die Bundesregierung. Auf die Bundesregierung von großem Einfluss ist der Chef des Bundeskanzleramts, einer Abteilung ebendieser Bundesregierung. Der begegnete uns bis zum 17. Dezember 2013 in der Gestalt von Ronald Pofalla.

Ronald Pofalla 2007

Ronald Pofalla 2007

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Vorsicht: Putinversteher

6. April 2015 Keine Kommentare

Heimtücke:

So verrichten Putinversteher ihr schändliches Werk.

 

so-weit-sind-wir-von-der

 

Darf eine Fluggesellschaft Privateigentum sein?

1. April 2015 Keine Kommentare

Die Lektüre des Artikels Was steht hinter der Rufmord-Kampagne der Mainstream-Medien? regte mich zu folgenden Anmerkungen an.

Darf eine Fluggesellschaft Privateigentum sein? Darf man mit einem Unternehmen, von dessen Verantwortungsgefühl das Leben mitunter hunderter Passagiere abhängt, Profit machen? Profit, der vor allem von der Senkung der Kosten abhängt? Kosten, die auch aus den Leistungen für die Sicherheit der Passagiere entstehen?

Darf eine Fluggesellschaft in Wettbewerb mit anderen Fluggesellschaften stehen? Darf sie also unter dem Zwang stehen, Kosten senken zu müssen, um sich am Markt zu behaupten? Mehr…

Erfolge neoliberaler Politik

1. April 2015 Keine Kommentare

Wenn Zahlen aus Großbritannien veröffentlicht werden, wonach Menschen aus Unterschicht ca. 19 Jahre weniger gesund leben können als Menschen aus den höheren Schichten, so ist dies aus neoliberaler Sicht als Erfolg bei der Durchsetzung der Marktevolution gegen alle „unnatürlichen” politischen Eingriffe zu werten nicht etwa als ein Fanal gescheiterter Sozialpolitik. Gleiches gilt vom marktevolutionären Standpunkt aus für die Hartzreformen hierzulande. Je größer die Ungleichheit in einer Gesellschaft umso mehr müssen die Ärmsten rudern, um ihre Marktnische zu finden. Finden sie sie nicht, gehen sie im Prinzip den Gang alles Sterblichen in der Evolution. Immerhin konzedierten die neoliberalen Vordenker, dass man in Industriestaaten niemand verhungern lassen müsse, global aber sei es nicht möglich, so viel Gnade walten zu lassen. Mehr…

Ich habe da mal eine Frage

1. April 2015 Keine Kommentare

Warum ist die aktuelle Annäherung Griechenlands an Moskau verwerflich, nicht aber die wiederholten Alleingänge Deutschlands, an der EU vorbei einen ständigen Sitz im Uno-Sicherheitrat einzusacken?

Zur Gängelung durch die friedlosen amerikanischen Freunde. Zwei CDU-Stimmen.

31. März 2015 Keine Kommentare

Ein Gastbeitrag von Ernst Gleichmann

Willkommen liebe Friedensfreunde,

im Mai vor 70 Jahren schworen die Deutschen „Nie wieder Krieg!“ Inzwischen haben wir aber Regierungen und ein Staatsoberhaupt, die davon nichts halten. Sie fordern mehr deutsche Kampfeinsätze im Auslandaus „Verantwortung“, wie Pastor Gauck die Habgier nach fremden Rohstoffen umgetauft hat. Personen, die Kampfeinsätze im Ausland für unverantwortlich halten, unterstellt Gauck „Weltabgewandtheit oder Bequemlichkeit“. Zu solchen Taugenichtsen, Herr Pastor, zählt übrigens ein gewisser Christus. Schon vergessen?

Im Bundestag ist Die Linke einziger Gegner der kriegswilligen Groko. Ihr verdienstvoller, aufreibender Kampf ist, nach Albrecht Müller von den NDS, so einzuschätzen: Wenn Kritik an der Regierungs-Politik nur aus dieser einen Ecke kommt, dann ist sie leicht als linke Meckerei abzutun und damit weniger glaubhaft, als wenn sie aus verschiedenen politischen Lagern kommt. Daher möchte ich Ihnen/ Euch zwei Bücher vorstellen, die nicht aus der „linken Ecke“ stammen, sich aber ebenso entschieden gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr richten. Die Autoren sind beide ehemalige hohe CDU-Politiker: Jürgen Todenhöfer schildert die grauenvolle NATO-Blutspur in Nahost und Libyen. Und Willy Wimmer stellt die Frage: Welche Haltung soll Deutschland zur NATO-Führungsmacht künftig einnehmen?

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Herrn Schüle ist fad im Wohlfühlkapitalismus

27. März 2015 1 Kommentar

Publizist Christian Schüle bemerkte jüngst in Deutschlandradio Kultur , dass der deutschen Kulturproduktion eine „nihilistische Hasenfüssigkeit” vorgeworfen werde. Ein Vorwurf, der doch nur von außen kommen kann oder? Wer ihn aber erhebt, darüber schweigt er sich aus. Allein, muss er sich dann als Publizist und Autor nicht zunächst an die eigene Nase fassen? Oder fand er wegen der besagten nihilistischen Hasenfüssigkeit keinen Großverlag für seine Bücher? Mehr…

Außenpolitische Inkompetenz

24. März 2015 Keine Kommentare

Mittwoch, 4. März 2015, 22:45 Uhr. Talkshow Anne Will. Thema: »Mord an Boris Nemzow – Wie gefährlich ist Opposition gegen Putin?«

In der Gesprächsrunde sitzt zu Anne Wills Rechten ein altkluger Gast, den man besorgt fragen möchte, ob er ohne seine Mama so spät abends noch unterwegs sein darf. Zu seinem gefühlten Alter so gar nicht passen wollen allerdings seine grauen Haare und die Wichtigkeit, die sein Gesichtsausdruck atmet und seine Brille noch verstärkt. Vorgestellt wird er von der Talkmasterin als Norbert Röttgen von der CDU, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags.

Man spürt, dieser Gast hat Wichtiges beizutragen. Wiederholt setzt er an, angesagt sind zunächst aber nur kürzere Beiträge. Dann endlich, in Minute 12:36 passt es. Er zieht gegen Russland vom Leder. Mehr…

Ach Günter

21. März 2015 Keine Kommentare

Was für eine dilettantisch inszenierte Talkshow. Da will Günter Jauch den griechischen Finanzminister öffentlich vorführen und den Ressentiments der TV-Zuschauermeute ausliefern. Er setzt auf den Überrumplungseffekt und haut dem Minister ein – so hofft er – kompromittierendes Video um die Ohren. Der Minister aber reagiert souverän und streitet die Echtheit des Videos ab.

Doch die Republik steht drei Tage lang kopf; Jauch behauptet, das Video sei echt; andere widersprechen, sie hätten das Video selber gefälscht; unterschiedliche Varianten des Videos tauchen auf und steigern das Durcheinander; Spekulationen, das Video sei verfälschend aus dem Zusammenhang gerissen, vergrößern den Trubel; andere Talkshows befassen sich mit dem Thema ohne genau zu wissen mit welchem; der Minister habe gelogen; habe er nicht; habe er doch; die vorgeblichen Fälscher behaupten, ihre Fälschungsbehauptung sei ebenfalls eine Fälschung; das Tohuwabohu ist komplett; der Minister lacht sich ins Fäustchen. Die einzige Gewissheit: Millionen deutscher Frauen schmolzen am Bildschirm dahin. Mehr…