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Archiv für die Kategorie ‘Gedanken zur Woche’

Die Asozialen sind unser Unglück

25. März 2013 8 Kommentare

Ist es nicht ermutigend, wie althergebrachtes deutsches Brauchtum von unserer wieder positiv gestimmten Jugend aufgenommen wird? Dieser Tage wurden wir einmal mehr Zeugen der gelungenen Festigung der deutschen Volksgemeinschaft durch unsere jungen deutschen HoffnungsträgerInnen. In bestem deutschen Traditionsbewusstsein orientieren sie sich bei der Abwehr der Bedrohung unseres Volkskörpers durch Volksschädlinge am völkischen Erfindungsreichtum ihrer Groß- und Urgroßeltern.

Anlass war die diesjährige Zulassung der gymnasialen Abgangsklassen zu den Abiturprüfungen. »Traditionell stellen die Abiturienten in den Tagen zuvor die Schule auf den Kopf und feiern« (RP-Online Mönchengladbach vom 22.03.2013) das Ende ihres Schullebens – ein Anlass zu Freude und Ausgelassenheit.

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Qualität hat ihren Preis

18. Februar 2013 Keine Kommentare

Der Fahrer will den nagelneuen PKW in die Kurve hineinlenken. Doch, so sehr sich der Fahrer auch abmüht, der Wagen fährt geradeaus. Nach seiner Genesung beschwert sich der Verunglückte bei seinem Automobilhändler. Aber der zuckt nur die Schultern und meint, wenn der Kunde eine einwandfreie Lenkung wolle, dann müsse er eben mehr Geld anlegen und einen teureren Wagen kaufen. Qualität habe schließlich ihren Preis. Welches Unternehmen die Lenkung produziert habe? Das werde er dem Kunden nicht sagen, das wäre ja noch schöner, das wäre Geschäftsschädigung.

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Stuss

2. Januar 2013 1 Kommentar

Ein Zeitgenosse, dessen Name mir entfallen ist, schrieb kürzlich scherzhaft: »Ich stelle eine Kuh auf den asphaltierten Parkplatz eines Supermarkts und füttere sie reichlich mit Milch. Dann verwandelt sich der Parkplatz von selbst in eine saftige Wiese.«

Jeder, der seine fünf Sinne noch einigermaßen beisammen hat, wird diese Aussage als das bezeichnen, was sie ist: entweder als Satire oder als Idiotie. Aber nur wenige nehmen seltsamerweise Anstoß an hanebüchenen Verstößen wider die Gesetze der Logik wie etwa an den folgenden: Mehr…

Gedanken zum Wochenende

4. November 2012 Keine Kommentare

Die enge Verflechtung der großen Privateigentümer stellt nicht nur ein vielfältiges, hierarchisch geordnetes ökonomisches Gebilde dar, sondern auch einen Machtkomplex.

Der westlich geführten Kapitalmacht der Gegenwart geht es keineswegs, wie sie behaupten lässt, um die globale Ausbreitung der Demokratie und des Marktes und schon gar nicht um die Ausbreitung »des Kapitalismus«, sondern auch um die Enteignung anderer Kapitalismen, mithilfe welcher Methoden auch immer.

Werner Rügemer. Rating-Agenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Bielefeld 2012, S. 66.

 

Gedanken zum Wochenende

26. Oktober 2012 Keine Kommentare

Rating-Agenturen über sich selbst, am Beispiel Fitch:

Ratings sind keine Fakten und können deshalb nicht als richtig oder unrichtig bezeichnet werden.

Ratings enthalten keine Garantie für Vollständigkeit und Genauigkeit.

Ratings stellen keinen finanziellen oder rechtlichen Rat dar, keine Wirtschaftsprüfung, keine Bewertung, keine Schätzung und keine Versicherungsempfehlung.

Ein Rating stellt keine Zustimmung der Agentur dar, ihren Namen als den eines Experten zu verwenden.

Zitiert nach:

Werner Rügemer. Rating-Agenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Bielefeld 2012, S. 107 f.

Leserbrief an BILD und die angeblich “Seriösen“

9. September 2012 2 Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren,

eben fällt mir am Kiosk die über eine halbe Seite ausgebreitete heutige (8.9.) BILD-Schlagzeile auf:

Bettina Wulff wehrt sich gegen Huren-Gerücht“.  

Mich traf es wie ein Schlag, offenbar wehrt sich hier eine Bürgerin im Rechtsstaat gegen die öffentliche Wiedergabe eines schlimmen ehrverletzenden Gerüchts. Und in der BILD-Zeitung wird dieses Gerücht noch einmal mit der Zuspitzung auf das Wort “Hure” auf die 1. Seite gebracht. Ich will mich überhaupt nicht mit dem Wahrheitsgehalt solcher Gerüchte und der wahrscheinlich juristisch hoch umstrittenen Strafbarkeit von deren Wiedergabe befassen. Sondern meinen Zorn über eine solche journalistische Praxis äußern, hier offenbar nicht nur bei der BILD, sondern auch in sonst seriösen Medien. Mehr…

Das Recht auf Verdauung

12. Februar 2012 5 Kommentare

Liebe Freunde, liebe Mitstreiter,

ihr habt vermutlich alle davon gehört, dass Hedgefonds ein „Recht auf Rendite“ einfordern. Im Gegensatz zu vielen anderen begrüße ich dieses Vorgehen nachdrücklich. Denn es gibt uns den Anstoß, lange gepflegte Tabus zu brechen und endlich einmal über UNSERE Rechte nachzudenken.

Ein Recht auf Rendite gehört sicherlich nicht dazu. Es ist ebenso wie die Rendite selbst etwas sehr Konstruiertes. Hätte der Mensch nicht den Kapitalismus erfunden, nicht die Investition und nicht die Verzinsung, so gäbe es die Rendite nicht, und schon gar nicht ein Recht darauf. Uns Menschen hingegen gäbe es nach wie vor sehr wohl, vielleicht sogar wohler.

Wie ist es also mit den Phänomenen, die unmittelbar und untrennbar mit unserer Existenz verbunden sind? Dass wir auf sie ein Recht haben, ist gewiss unbestreitbar. Nehmen wir einmal die Verdauung. Halt, Freunde, das ist kein Spaß, sondern weitreichender Ernst, wie wir noch sehen werden. Es dürfte jedem klar sein, dass aus der Existenz des Menschen unmittelbar das Recht auf ihre Voraussetzung resultiert, eben auf die Verdauung. Ohne Verdauung keine menschliche Existenz. Mehr…

Der Neid des Auslands

21. Januar 2012 Keine Kommentare

Liebe Freunde,

schon seit Jahren fällt mir als Leser vieler ausländischer Zeitungen auf, dass das Bild von Europa, das bei deren Lektüre entsteht, mit dem von den deutschen Medien gezeichneten wenig gemein hat. Dabei geht es nicht nur um die Darstellung einzelner Fakten, sondern um das Gesamtszenario. Das ist mir in besonderem Maße in der letzten Woche wieder aufgefallen. Die Phantastereien der ausländischen Medien über Europa sind das genaue Gegenteil dessen, was in den hiesigen Massenmedien dargestellt wird.

Welches Ausmaß der Realitätsverlust der ausländischen Journalisten angenommen hat, sollen die folgenden Beispiele zeigen, eine keineswegs vollständige Sammlung von Schlagzeilen, Titeln und Passagen aus Artikeln europäischer Zeitungen; wie gesagt nur Enten aus der laufenden Woche: Mehr…

Das Europa der zwei Geschwindigkeiten

13. Januar 2012 Keine Kommentare