Für Menschen auf der Flucht sind die Außengrenzen Europas längst zum Massengrab geworden:
8.114 Tote im Mittelmeer und Atlantischen Ozean, 2.486 im Kanal von Sizilien, 3.986 zwischen Nordafrika und Spanien, in der Meerenge von Gibraltar und bei den Kanaren, 885 in der Ägäis. Und obwohl Hilfe durch die EU-Länder dringend geboten ist, werden stattdessen die Abwehrmaßnahmen stetig weiter verschärft. Kein Weg soll offen bleiben, über den die Flüchtlinge Schutz finden. Es ist höchste Zeit, mit möglichst vielen Menschen gemeinsam gegen das Sterben an unseren Grenzen vorzugehen.
Gleichzeitig ist es notwendig, eine Politik einzufordern, die den Exodus aus Afrika für die betroffenen Menschen nicht mehr notwendig macht. Solange Europäische Butter in Kenia billiger ist als einheimische, solange französisches Geflügel im Niger weniger kostet als das dortige, solange die Küste von Gambia und Senegal von schwimmenden Fischfabriken leergefischt wird, solange Menschen in Afrika keine Perspektive im eigenen Land sehen - solange werden sie sich aufmachen, um in Europa ihr Glück zu suchen, ob das der EU nun passt oder nicht.
Europäische Konzerne beuten ungehemmt Rohstofflager auf dem afrikanischen Kontinent aus. Eine Weiterverarbeitung vor Ort, die neue Industrien und damit Arbeitsplätze in die Regionen bringen könnte, wird durch die festgelegten Zölle verhindert. So bleiben nur die sozialen und ökologischen Auswirkungen vor Ort.
Die Profite ziehen weiter – zum Beispiel nach Europa. Dass Menschen in der Hoffnung auf ein bisschen Glück und Lebensqualität versuchen, dem Reichtum zu folgen, will die EU-Administration mit allen Mitteln verhindern, auch wenn die “Flüchtlingsbekämpfung”, wie Angela Merkel sich einmal ausdrückte, fortlaufend Berge von Leichen produziert.
Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl hat eine Kampagne mit der Forderung Stoppt das Sterben gestartet. Diese Kampage ist aus zwei Gründen sehr unterstützenswert:
- Weil die augenblicklich praktizierte “Flüchtlingsbekämpfung” ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist.
- Weil das Aufgeben einer europäischen Festungsmentalität die Suche nach neuen, möglicherweise antiimperialistischen, Lösungen im Zusammenleben von Europa und Afrika unabdingbar notwendig macht.
Weitere Informationen:
Kampagne “Stoppt das Sterben”
Zum Aufruf (als pdf-download)
Ein Interview mit Karl Kopp, Europareferent von Pro Asyl, über die Gründe für einen Apell an den Präsidenten des Europarates zum Stopp der unmenschlichen Abschottungspolitik an Europas Grenzen. (Quelle: http://www.freie-radios.net/)
Allgemein
www.proasyl.de
in Düsseldorf:
http://www.save-me-duesseldorf.de/kampagne.html
http://www.stay-duesseldorf.de/
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